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Kos 6.6.2019, Day 9

Jeeptour!

Der Tag beginnt wieder mit dem Sonnenaufgang, den ich nur durch die Sichtschutzwand der Nachbarn wahrnehme. Aber ich liebe diese Lichtstimmung. Wir nehmen der Einfachheit halber das Frühstücksbuffet im Hotel ein, damit wir uns zügig auf unseren Roadtrip begeben können. 

Wir beginnen unsere Ausfahrt am Meer entlang, das liegt gar nicht auf unserem angestrebten Weg, muss aber einfach sein. Von dort aus fahren wir Richtung Zia, Martin kritisiert, dass ich den umständlichen Weg nehme … unfassbar. Ich will doch nicht auf der Autobahn dorthin. Als ich eine Dirtroad entdecke gehts los. Wir fahren durch einen Wald und landen auf einer Anhöhe, auf der sich eine Kapelle und ein Friedhof befinden. So ein schöner Ort mit phantastischem Ausblick. Leider hat man nichts mehr davon, wenn man einmal hier liegt. Aber ist trotzdem eine schöne Vorstellung.

Wir drehen aber und fahren die immer enger werdende Straße nicht weiter. Über ein paar Serpentinen gehts weiter ins Gebirge und wir erreichen unser erstes Tagesziel – das Geisterdorf Haihoutes, auf dem Weg zwischen Askleipion nach Zia.

1821 gab es hier ungefähr 35 Häuser umgeben von Oliven Hainen und Weinbergen – bis zum Jahr 2007 der letzte Bewohner das Dorf verließ und es zur Geisterstadt wurde. Was kam dann?

Bis 2012 war das Dorf unbewohnt und glich einer kleinen Geisterstadt. Bis Alexis und Maria kamen!  Alexis, ursprünglich aus Athen, hatte die Idee dem verlassenen Ort neues Leben einzuhauchen. Erst war es der Einfall vom simplen Getränkeverkauf, der sich recht schnell zu der fixen Idee entwickelte, eine traditionelle Ouzerie zu eröffnen. Marias Verwandtschaft hatte noch etwas Land in Haihoutes und die Verwirklichung der Vision begann. Es entstand zwar keine Ouzerie, aber ein nettes kleines Café/Taverne mit viel Liebe zum Detail und Ursprünglichkeit. Haihoutes ist nicht ans Stromnetz angeschlossen, die nötige Energie wird mit Solartechnik erzeugt. Quelle: kosblogger.com.

Es ist absolut ruhig hier oben. Wir lauschen bei einem Frappé der Musik zu Amelie. Was für eine friedliche Stimmung. Wir besichtigen nicht nur die Ruinen der Häuser, sondern auch ein Museum, in dem ein traditionelles Wohnhaus errichtet wurde. Es ist winzig klein, aber wunderschön, genauso wie die Taverne, in der einzigen Toilette gibt es sogar eine Dusche. 

Freitags ist Partytime. Ich habe sofort den Wunsch, diesen Freitag hier zu verbringen, leider soll das nicht klappen (beim nächsten Mal aber sicher).

Für uns führt der Weg weiter Richtung Zia, eine Sunset-Location. Diesmal geht es aber an einer Abzweigung ab, ich fahre durch ziemlich enge Straßen und befürchte, hinter jeden uneinsehbaren Kurve nicht weiterzukommen. Aber wie aus dem Nichts wird die Straße wieder breiter und es finden sich ein paar Parkplätze: Wir sind an der Watermill of Zia. Zu diesem Zeitpunkt fast ein wenig ein Zufallsfund, wobei ich hier aber ohnehin hinwollte.

In der ehemaligen Wassermühle von Zia befindet sich heute ein traditionelles Café. Es ist hier bunt und mutet fast ein wenig hippimäßig an. Ich verliebe mich aber auf der Stelle in diesen Ort! Es hält mich gar nicht auf meinem Stuhl – ich muss hier rumlaufen und alles ansehen. Diese bunten Farben knallen so richtig, wir trinken hier etwas, jedoch nicht die berühmte selbstgemachte Zitronenlimonade. Mich hält es ohnehin nicht auf dem Platz, hier ist viel zu entdecken mit einem unschlagbaren Ausblick aufs Meer in weiter Entfernung. Das WiFi-Password: lemonade2019. Achtung: Bilderflut (mehr als sonst).

Zurück gehts vorbei am Positive Shop, der steht der Watermill in Sachen Farbe in nichts nach. Aber wir fahren leider nur dran vorbei.  Denn wir wollen ja zu unserem echten Offroad-Adventure, dazu fahren wir quer über die Insel, durch Kamari und Kefalos und dann immer weiter bis zur Abzweigung, wo wir links abbiegen. Über mehr als ausgewaschene Asphaltstraßen, die den Namen nicht verdienen, fahren wir weiter, bis es links abgeht zum Cavo Paradiso. Let the adventure begin. 14 Minuten benötigen wir für diese tolle dirt road – der Sand staubt jeden zu, der hinter uns kommt, kommt aber keiner. Davon hätte ich gerne ein richtig tolles Bild gehabt … entgegen kommt uns auch nur einer. Uns erwartet ein Traumstrand mit den teuersten (und schlechtesten) Liegen von ganz Kos (8 Euro), den bisher schönsten Wellen und aus der Aussteiger-Beachbar schallt laute Popmusik. Es gibt Getränke und Chips, weiter kein Essen. Achtung: keine Toiletten!!!! 

Da wir recht spät hier sind beschränken wir uns auf chillen und schwimmen, beim nächsten Mal würde ich den Strand noch weiter erkunden, hinter den Felsen soll es noch viel schöner und auch einsamer sein. Aber dazu muss man mit Sack und Pack schwimmen, wenn ich das richtig gelesen habe.

Gegen 17.30h verlassen wir Cavo Paradiso. Der Hudson darf hier noch einmal fliegen, es ist aber recht stürmisch und so sind wir sehr vorsichtig. Machen aber tolle Bilder und Videos.

Für den Rückweg benötigen wir nur noch 11 Minuten, am Ende der Offroad gibt es noch ein „Cavo Paradiso“-Bezwinger-Foto. Auf dem Rückweg halten wir noch an den üblichen Viewpoints für ein paar Erinnerungsfotos (tolle Lichtstimmung am Abend). Zurück gehts dann flott über die „Autobahn“, es wird recht kühl mit dem starken Wind und den nicht vorhandenen Fenstern, so dass ich mir ein Handtuch über die Schulter legen muss. Dernier crie *gg*.

Gegen 19 Uhr sind wir zurück im Hotel, duschen, nehmen den tollen Sonnenuntergang mit und gehen dann recht spät ins Mediterraneo, dem Restaurant am Pool mit tollem Ausblick. Es ist frisch durch den Wind, aber schön. Hier kann man gut essen. Wir entscheiden uns für gegrilltes Gemüse sowie Martin für gebackenen Feta als Vorspeise. Hauptspeise ist Schellfisch (Martin). Ich nehme Spaghetti an grüner Tomatensauce. Keine Ahnung was daran grün war (vielleicht war es auch zu dunkel), aber es hat gut geschmeckt. Schaffe aber nur noch die Hälfte. Mit einem Chardonnay stoßen wir auf diesen wunderschönen Tag an. 

Gefahrene km: 143

gelaufene km: 6,3

Schritte: 8.551

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